Tränengas
Geschrieben von Christian Flury • Donnerstag, 13. November 2008 • Kategorie: WissenTränengase sind Substanzen, die auf Augen und Schleimhäute
irritierend wirken. Sie werden von Polizeikräften eingesetzt, um
zum Beispiel Demonstrationen aufzulösen oder Unruhen zu bekämpfen.
Früher wurden oft Substanzen auf Acetonbasis verwendet (vor allem
Bromaceton), wegen der Gesundheitsgefahren dieser Substanzen werden sie
aber heute nicht mehr eingesetzt. Das heute am häufigsten verwendete
Tränengas ist CS-Gas (Chlorbenzylidenmalonitril), das streng genommen
kein Gas, sondern ein Aerosol ist. Allerdings können auch moderne
Tränengase zu Gesundheitsproblemen führen. In großen Mengen
können sie zu leichten Verätzungen der Augen und Schleimhäute
führen und bei Personen mit Atemwegsproblemen (wie Asthma oder Bronchitis),
Nieren- oder Leberschäden kann es zu Komplikationen kommen.
Tränengase werden bei der Polizei als Reizstoffe bezeichnet. Nach den Polizeirechten
der Länder wird Reizstoff z.T. als Waffe, überwiegend aber als
Hilfsmittel der körperlichen Gewalt bezeichnet.
Auch für das Militär sind Tränengase als nicht-letale
Waffen interessant. Die Tränengase zählen dabei, wie z.B. auch
Nebelkerzen, zu den chemischen Kampfmitteln und sind nicht wie etliche
andere chemische Kampfstoffe völkerrechtlich verboten. Gemäß
dem Übereinkommen über das Verbot der Entwicklung, Herstellung,
Lagerung und des Einsatzes chemischer Waffen und über die Vernichtung
solcher Waffen von 1993, Artikel I, Abs. (5) sind sie allerdings nicht
zur Kampfführung zugelassen. Zwar gilt Tränengas nicht als chemische
Waffe, aber um Definitionslücken zu vermeiden verbietet das Abkommen
auch den Einsatz von Waffen, die damit verwechselt werden könnten.
Vielmehr gilt Tränengas nach selbigem Übereinkommen als "Mittel
zur Bekämpfung von Unruhen".
Verwendet werden Reizstoffe in Reizstoffsprühgeräten (Chemical
Mace), Reizstoffwurfkörpern oder als Zumischungen in Wasserwerfern.

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